Samstag, 18. Februar 2017

Ich und die Medien #1 - Was bisher geschah

In dieser Artikelreihe berichte ich euch von meinem Weg in und durch die Medienwelt, meinen persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen, Erfolgsmomenten und fiesen Details. 

Dass ich nach dem Abitur für mein Studium nach Berlin zog und nun nach sieben Semestern kurz vor dem Bachelor-Abschluss stehe, klingt erstmal nach einem geradlinigen Weg in den Medienberuf. In Wahrheit fühlten sich die letzten dreieinhalb Jahre eher so an, wie ich mir eine Achterbahnfahrt vorstelle. Zuerst scheiterte ich beinahe am Berliner Wohnungsmarkt, nach dem zweiten Semester wollte ich das Studium abbrechen und vor kurzem habe ich gerade noch rechtzeitig eine Stelle abgelehnt, die ich eigentlich nie wollte.

Aber fangen wir doch am Anfang an. Als ich mit frischen 18 in meiner ersten eigenen kleinen Wohnung lebend in die 12. Klasse meines evangelischen Gymnasiums kam, hatte ich noch keine Vorstellung davon, wie meine nahe oder gar ferne Zukunft aussehen würde. Dass sich seitdem einiges verändert hat, sieht man schon von außen:

Lucia Clara 2012
2012
Lucia Clara 2016
2016
























Ich weiß nicht, ob ich der typische Irgendwas-mit-Medien-Typ bin. Mein Ich im linken Bild hatte jedenfalls noch keinen konkreten Berufswunsch. Die meisten Mädchen in meiner Klasse wollten Lehrerinnen werden. Ich interessierte mich eigentlich auch für den sozialen Bereich, doch mein wildes Herz schlug nach etwas Anderem. Ich wollte in eine möglichst große Stadt mit möglichst großartigen Menschen und ich wollte etwas tun, das mir wirklich Spaß macht und trotzdem meinen Fähigkeiten entspricht. Da ich in letztere nicht das größte Vertrauen aller Zeiten hatte, entschied ich mich für die erste Hochschule, die mir eine Zusage schickte. Es handelte sich um eine Privathochschule, das heißt, ich musste einen Studienkredit aufnehmen und habe jetzt einen Haufen Schulden. Vielleicht hätten sich noch ein alternativer Studiengang und andere Wege in die Medienwelt ergeben können, aber wer trifft mit 19 schon gut durchdachte und vernünftige Entscheidungen?

Ich war also dem Gedanken gefolgt, ganz gut schreiben und demnach eine gute Journalistin werden zu können. Mit zwei Koffern und einem Rucksack im Gepäck zog ich 2013 in mein erstes Zimmer zur Zwischenmiete in Berlin. Einen Monat später begann das Studium mit der Bezeichnung TV-Producer/-Journalist. Dass es Sinn macht, sich multimedial zu orientieren, war mir immerhin schon klar. Was meine Affinität zum Schreiben betraf, fühlte ich mich allerdings von Anfang an belächelt. Die spannende Welt von Film und Fernsehen war es, die die meisten anderen zu diesem Studium bewogen hatte. Mindestens die ersten Monate sah ich mich umgeben von Menschen, die "Action!" schreiend durch die Gegend liefen und sich wahnsinnig cool fühlten. Damit möchte ich nicht bestreiten, dass ich dieses Gefühl mit ihnen teilte. Aber ich hatte auch noch andere Sorgen zu dieser Zeit.

Wer wissen möchte, wie es sich in welchem Stadtteil von Berlin so lebt, kann mich fragen! In den ersten anderthalb Jahren hier bin ich mindestens zehn Mal umgezogen und hatte zeitweise sogar weniger als gar kein Geld. Da wundert es nicht, dass ich irgendwann daran zweifelte, ob das alles so richtig war. Aber es gab auch kein Zurück und so blieb mir nichts anderes übrig, als weiterzumachen. 2015 war das Jahr, in dem mein Leben sich langsam wieder ordnete. Ich fand ein unbefristetes WG-Zimmer und mit dem Texten einen Nebenjob, der mir wesentlich besser liegt, als das Kellnern. Die Akademie-Phase meines Studiums endete nach dem vierten Semester. In den Ferien begann ich mein Praktikum bei einem Start-Up-Unternehmen, wo ich für Redaktion, Marketing, Pressearbeit und Social Media eingesetzt wurde. Trotz der Doppelbelastung durch den Nebenjob fühlte ich mich dort wohl und endlich einmal ernst genommen in meinen Fähigkeiten. Marketing-Mensch wollte ich aber nicht werden, obwohl ich mich dafür interessiere, wie es gemacht wird. Nach den sieben Monaten dort entschied ich mich deshalb dafür, mein Studium um ein Semester zu verlängern und noch ein weiteres Praktikum in einer Online-Redaktion zu machen.

In den letzten zwei Jahren hat sich mein Berufswunsch nach einigen Umwegen langsam aber sicher konkretisiert. Als Online-Redakteurin zu arbeiten kann ich mir momentan am besten vorstellen. Der letzte Schritt im Studium war meine Bachelorarbeit zum Thema "Möglichkeiten von Diversity Marketing am Beispiel des Einbezugs der LGBT-Zielgruppe in die Fernsehwerbung". Kommenden Dienstag muss ich sie noch verteidigen, also drückt mir die Daumen!

Ich glaube nicht, dass es notwendig (oder überhaupt möglich) ist, mit 18 schon genau zu wissen, was man später einmal beruflich machen wird. Am Ende kommt es sowieso anders als gedacht. Und: Auch ein Weg, der von außen einfach und geradlinig zu sein scheint, kommt nicht ohne Kurven aus! Nicht weniger aufgeregt, als vor ein paar Jahren, aber mit einem konkreteren Plan widme ich mich jetzt den Bewerbungen für die hoffentlich baldige redaktionelle Zukunft. Wie sind Deine Erfahrungen mit Berufswünschen, Studium, Ausbildung und Zukunftskrisen? Ich freue mich, von Dir zu lesen! 💖


Kommentare:

  1. "Mindestens die ersten Monate sah ich mich umgeben von Menschen, die "Action!" schreiend durch die Gegend liefen und sich wahnsinnig cool fühlten." :-D
    Viel Glück für Dienstag!!

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