Sonntag, 9. April 2017

Vegan, die sanfte Tour: Der etwas andere vegane Weg

Wer mir auf Instagram folgt, weiß vermutlich schon, dass ich vegan lebe. Das heißt, ich ernähre mich vegan, achte auf vegane, tierversuchsfreie Make-up- und Kosmetikprodukte und kaufe vegane Kleidung. In meinen Instagram-Stories hattet und habt ihr das ganze Wochenende lang die Möglichkeit, euch anzuschauen, was ich so esse. Falls ihr annehmt, dies hier wird jetzt ein kompletter Vegan-Blog voller supergesunder Rezepte ohne Zucker und missionarischer Appelle, dann liegt ihr allerdings falsch. Das vegane Leben gehört inzwischen zu meinem Alltag und wird deshalb sicher hin und wieder auch auf diesem Blog ein Thema sein. Zu Beginn meiner veganen Reise bin ich aber gar nicht mal so unkritisch an die Sache herangegangen.

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Typisches Wochenend-Frühstück

Ich lebte zwar schon seit Jahren vegetarisch und hatte mich auch mit Veganismus schon beschäftigt, als ich vor rund anderthalb Jahren im Rahmen eines Praktikums zum ersten Mal den veganen Green Market in Berlin besuchte. Von dem Gespräch, in das mich ein Peta-Aktivist dort verwickelte, fühlte ich mich aber eher belästigt als inspiriert. Meiner Ansicht nach kann man niemanden zu einer veganen Lebensweise zwingen und durch permanentes Anklagen und Schlechtmachen der fleischessenden Menschen lassen die sich garantiert nicht überzeugen. Deshalb habe ich mich lange nicht hundertprozentig für das vegane Leben entschieden: Außerhalb wie innerhalb der veganen Gemeinschaft schien eine ziemlich feindliche Stimmung zu herrschen. Da gibt es die aggressiven Vegan-Gegner*innen, die penetranten Missionierer*innen, die Healthy-#veganforfit-Veganer*innen mit ihren Bodybuilder-Körpern - und alle haben etwas auszusetzen an denen, die nicht genauso leben wie sie.

Das hat mich ziemlich aufgeregt und da ich zu der Zeit gerade für das Online-Magazin Kultmucke.de schrieb, begann ich eine Artikel-Reihe mit dem Titel "Vegan, die sanfte Tour". Ich wollte beweisen, dass es auch anders geht, und gleichzeitig einen eigenen veganen Weg finden, der zu mir passt. Wie die ersten Monate abliefen und was ich von außen alles zu hören bekam, kannst Du in den vier Teilen der Reihe nachlesen:


Als mein Praktikum beendet war, fand ich leider nicht die Zeit, meine "Vegan, die sanfte Tour"-Reihe weiterzuführen. Außerdem stellte ich fest, dass ich nicht schrittweise immer mehr vegane Elemente in meinen Alltag implementierte, sondern den Veganismus nach einigen Monaten bereits in alle Lebensbereiche integriert hatte. Ich bin eben so ein Ganz-Oder-Gar-Nicht-Mensch. Meine Einstellung zu den Anfeindungen zwischen Veganer*innen und Omnivoren beziehungsweise der vegan lebenden Menschen untereinander hat sich dabei nicht verändert. Ich habe allerdings festgestellt, dass viele auch ähnlich denken wie ich. Die meisten Veganer*innen sind absolut tolerant gegenüber Personen, die ihre Lebensweise nicht teilen. Umgekehrt sieht das oft anders aus, worauf ich in Teil 2 meiner "Vegan, die sanfte Tour"-Reihe näher eingehe.

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Wenn mal wieder ein dummer Kommentar zur veganen Lebensweise kommt...

Zu den Angehörigen der "Vegan-Polizei" kann ich nur sagen, dass ich mich nicht für das vegane Leben entschieden habe, um mich super gesund zu ernähren, auf Zucker, Kohlenhydrate, Fett oder sonstwas zu verzichten oder an einem Fitness-Body zu arbeiten. Als ich vor fünf Jahren anfing, vegetarisch zu leben, tat ich das, weil ich keine getöteten Lebewesen essen wollte. Aus den selben Gründen lebe ich heute vegan. Was als Experiment begann, wurde zu der Überzeugung, dass für mich kein Tier sterben oder schlecht behandelt werden sollte. Schließlich habe ich als menschliche Kreatur die Möglichkeit, auch ohne den Konsum von tierischen Produkten zu überleben. Das ist meine persönliche Meinung und jeder andere Mensch muss für sich selbst entscheiden, wie er das handhabt. "Leben und leben lassen". 😉

Ich denke, das reicht vorerst für einen kleinen Einblick in meinen veganen Weg. Mit den verlinkten Artikeln hast Du ja noch etwas Lesestoff. Auf meinem Instagram-Profil findest Du häufiger etwas zu veganem Essen und Make-up. Möchtest Du auch hier mehr darüber lesen? 


Erzähl mir doch in den Kommentaren, wie Du Dich ernährst und ob Du deswegen schonmal angefeindet wurdest! 💖

Kommentare:

  1. Ich glaube, dass das Probleme das andere angefeindet werden ,nur weil sie nicht die gleiche Meinung teilen oder einen anderen Lebensstil haben, generell zugenommen hat. Gerade durch das Internet, wo man das ja immer wieder erlebt und mitbekommt. Kann das auch nicht verstehen, denn ich finde das jeder so leben darf, wie er möchte, so lange man anderen damit nicht schadet. Somit darf auch jeder das essen was er will.

    Ich bin nicht veganerin, aber ich habe auch kein Problem damit wenn es jemand ist, solange man mich nicht andauern eines besseren belehren möchte. Ist mir leider schon passiert, aber das kam von niemanden der nun vegan gelebt hat, sondern sich vegetarisch ernährt hat. Ich persönlich esse zwar Fleisch und könnte darauf ehrlich gesagt nicht verzichten, aber ich esse es nur in Maßen und mir ist es auch wichtig, wo die Tiere herkommen. Massentierhaltung finde ich auch schrecklich und würde mir da auch mehr eingreifen seiten des Staates wünsche nund nicht irgendwelche Gütesiegel, die dann doch nur eine Mogelpackung für den Verbraucher sind.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Das habe ich auch gemerkt, dass der irgendwie erst später online kam, als angegeben. Bei mir ist er nun auch auf die Watchliste gewandert und ich bin sehr neugierig. Bin ja ein Fan des Genres und kenne auch einige der Bands, von denen dort Lieder interpretiert werden.

    Das mit dem breitgefächert ist bei uns auch der Fall. Man kann sich halt dann über die Seminare die Themen rauspicken die einem am meisten interessieren, aber bei manchem muss man sich dann halt selbst einarbeiten. Aber das ist ja auch später im Berufsleben der Fall. Da muss man sich auch immer wieder in neue Themen und Abläufe einarbeiten und somit ist ja auch nichts Schlimmes.

    Genau mir ist es da auch wichtig ein Thema zu haben wo ich wirklich Interesse dran habe, denn sonst stelle ihc mir das auch sehr zäh vor. Es läuft einfach besser, wenn man sich dafür interessiert. Aber ich denke jetzt auch nicht, das es da groß Einwände gibt. Werde schon jetzt in den letzten Tagen der Semesterferien meine Gliederung ausarbeiten und wenn die gut ist, denke ich nicht, dass da was dagegen spricht. Das ist ja ärgerlich, dass dein Prof damit Probleme hat, ich hoffe das hat sich dann nicht auf die Note ausgewirkt?

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    1. Genau, ich denke auch, dass man selbst entscheiden muss, wie man sich ernährt, und da gehört einfach niemand bevormundet. Aber leider gibt es auf beiden Seiten immer mal wieder solche Spezialisten... Ich kann ja auch verstehen, dass sich Veganer*innen genervt fühlen, wenn das Gegenüber dann (meist unaufgefordert) seine Ernährungsweise und sein Fleischessen rechtfertigen. Aber umgekehrt ist es ja genauso, dass "wir" uns häufig rechtfertigen müssen und sagen, dass wir sehr wohl ohne Mangelerscheinungen auskommen. Im Prinzip ist es Quatsch, sich darüber zu streiten. Niemand muss gleich vegan leben, wenn einfach jede*r ein bisschen drauf achten würde, wo das Essen herkommt, brächte das schon einiges.

      Und ja, ich habe auch das Gefühl, dass gegenseitige Anfeindungen echt populär sind, im Internet natürlich sowieso. Aber dagegen muss man halt anglitzern. ;)
      Ich hatte nach dem Kolloquium auf jeden Fall echt ein schlechtes Gefühl... Ich war die einzige, die bei diesem Prof geschrieben hat und extra zu ihm nach München in seine Kanzlei reisen musste. Und alle anderen im Kurs haben ihre Note direkt danach mitgeteilt bekommen. Ich hab sie erst im Zeugnis bzw. kurz vorher im System gesehen. Also es war alles sehr seltsam und ich saß da so einem homophoben rassistischen Arschloch mit Schnauzbart gegenüber und dachte mir, na das wars mit dem Abschluss... Ich denke mir aber, dass er allgemein einfach sehr unmotiviert war und da keinen Stress wollte, Erst- und Zweitkorrektur dürfen ja auch nicht so weit auseinanderliegen - denn am Ende hatte ich für das Bachelorprojekt insgesamt ne 1,7. Ihm wird wohl bewusst sein, dass seine Einstellung im Zweifelsfall eher ihm als mir Probleme bereiten würde - ich hätte das auch nicht auf mir sitzen lassen. Aber es war trotzdem eine mega unangenehme Erfahrung.

      Sowas ist dann doch eher die Ausnahme (hoffe ich!), also nicht, dass Du jetzt von irgendwelchen Horrorszenarien träumst. :D Ich glaube, man macht sich vorher mehr verrückt als nötig. Am Ende denkt man dann, krass, wie schnell die Zeit vorbei ging, kam einem gar nicht so schlimm vor. Und dann hat man auf einmal das Zeugnis in der Hand. Ich hab das irgendwie immer noch nicht richtig realisiert, glaube ich, dass ich jetzt keine Studentin mehr bin und richtig arbeite. Oh man. Das ist so erwachsen. :D

      Ich wünsche Dir auf jeden Fall, dass alles so klappt, wie Du es Dir vorstellt. :)
      Alles Liebe,
      Lucia

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    2. Ja ich finde das auch sehr erschreckend. Rückblickend, mit dem Wissen das ich heute habe, hätte ich mich anders entschieden.

      Ich finde auch, dass das ein beidseitiges Problem ist, leider. Aber das ist ja heutzutage leider bei vielen Dingen der Fall. Ich versuche mich in Bezug auf das internet aus solchen Diskussionen einfach rauszuhalten, weil man da eh nicht gegen ankommt und mir das vergeudete Zeit ist.

      Das du extra zu ihm fahren musstest, finde ich auch heftig. Da lobe ich mir aber wieder das es zwei Prüfer gibt, denn so wird sichergestellt das es objektiv und sachlich ist. Bin mal gespannt, wer bei uns der Zweitprüfer wird. Aber eine 1,7 ist doch super. Glückwunsch dazu. Mit so einer Note wäre ich auch Glücklich. Glaube ich dir aber, dass das unangenehm war. Ich hätte mich da auch nicht wohl gefühlt.

      Ich mache mich was solche Dinge anbelangt immer erstmal etwas verrückt, aber merke dann auch immer, dass das total unbegründet ist. Aber gerade die Bachelorarbeit ist halt ne große Sache, somit hat man da doch etwas Angst davor und macht sich seine Gedanken.

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    3. Ja, da hast Du recht, bei manchen Sachen bringt Diskutieren tatsächlich nicht weiter, zumindest, wenn es sich um sowas individuelles, wie die Ernährung handelt.

      Ja, ich war auch echt überrascht über die Note. Aber ich hatte mir eben echt ein Thema rausgesucht, dass mich auch persönlich sehr interessiert/betrifft. Wir mussten uns selbst eine*n Zweitbetreuer*in unabhängig von der Uni suchen - aber das ist ja überall unterschiedlich. So wie bei der Seitenanzahl, manche Leute schreiben nur 25 oder so und bei mir waren es 50. Verwirrend. :D

      Ich denke mir dann immer, dass es ja eigentlich ein gutes Zeichen ist, Angst zu haben, weil es bedeutet, dass es Dir wichtig ist. Zuletzt war das bei mir so bei den Vorstellungsgesprächen. Wenn ich nicht so unfassbar aufgeregt war wie sonst, war das schon ein Zeichen dafür, dass der jeweilige Job nicht das richtige gewesen ist. Bei dem, den ich jetzt bekommen habe, war ich hingegen mega aufgeregt. ;)

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    4. Also ich habe auch schon bei einem Kommilitonen mitbekommen, dass er sich einen Dozenten aussuchen durfte, der dann der Zweitleser wird, aber das ist sicherlich auch wieder bei allen Fakultäten und Fachebereichen unterschiedlich. Was die Seitenanzahl anbelang steht bei uns auf der Seite des Fachebereichs im Umfang von 30 bis 50 Seiten, die genau Anzahl legt dann der Dozent fest. Bin mal gespannt, wie viel wir dann schreiben müssen.

      Ich finde aber auch, dass Angst uns auch dazu antreibt das Beste rauzuholen und somit gearde in Prüfungssituationen nicht das Schlechteste ist. Denn wie du schon sagtest zeigt es einem, dass einem die Sache nicht egal ist und das treibt einen dann dazu an die beste Leistung abzuliefern.

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