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„Herbstliebe“ und andere ‒ Gedichte im Herbst

Posted in Gedichte & Geschichten

Unaufhaltsam ist Herbst geworden. Wie immer bedeutet eine neue Jahreszeit bei Blitzlichtglitzer auch einen neuen Blogpost mit saisonalen Gedichten. Der Herbst ist offenbar nicht meine geistreichste Zeit, was Poesie betrifft, denn ich konnte nur wenige Werke finden, die ich tatsächlich im Herbst verfasst habe. Deshalb gibt es zuerst ein ganz aktuelles ‒ von heute! ‒, danach ein ganz altes und zum Schluss eines, das, nunja, nicht ganz im Herbst entstanden ist. Viel Spaß beim Lesen! 😉

Lucia im Porträt verschmitzt lächelnd
herbstverliebt | Foto: hml-art

Herbstliebe


Ein müdes Blatt stürzt sich vom Baum
Und flattert lose durch den Raum,
Fällt hinab zur braunen Erde,
Auf dass es eins mit ihr werde.

Unterm Baum, da stehen du und ich.
Du fängst das Blatt. Für mich.
Ich hab dir eine Kastanie geschenkt.
Du hast sie in deiner Jackentasche versenkt.

Wir gehen still und Hand in Hand –
Mal guckt einer blöd, mal starrt er unverwandt.
Vorhin hast du mir einen Kuss gegeben.
Deine rotblonde Haarsträhne blieb an meinen Lippen kleben.

Jetzt sehe ich dich an.
Du grinst dann…

Noch sind nicht alle Blätter unten.
Vor allem nicht die schönen bunten.
Fangen wir sie alle auf!
Bauen einen Laubhaufen und schlafen drauf,
Bis dann der Frühling ganz sacht
Mit uns beiden zusammen erwacht.

(22. Oktober 2017)

Rabentod

Hoch oben am Himmel
Flog durch das Gewimmel
Von Wolken ein Rabe,
Auf dass er sich labe
An südlicher Luft
Und atme den süßlichen Duft,
Den die Blüten versprühten,
Des Abends, als noch alle sich mühten,
Zu verdienen ihr tägliches Brot.

Plötzlich traf ihn eine Ladung Schrot.
So starb nun im Abendrot
Der Rabe seinen Rabentod.

(26. Oktober 2008)


Leben

Das Leben, es geht weiter.
Immer und immer.
Gnadenlos.
Zu Ende.

(03. April 2015)

Ein See, der die Abendsonne spiegelt.
Rabentod im Abendrot



Ich hoffe, dir sind beim Lesen ein paar schöne Herbstbilder und -erinnerungen durch den Kopf gegangen. Was liebst du am Herbst? Schreib es mir doch in die Kommentare! 💖



Ein Kommentar

  1. Anonym
    Anonym

    Meine Jahreszeit ist der Herbst. Mit seinem Einzug bin ich wieder bei mir. Das Überquellende, wild Wuchernde des Sommers ordnet sich zu leuchtender Klarheit. Die Sonnenauf- und untergänge im September und Oktober malen expressionistische Bilder auf den Himmel. Wie in Kindertagen schiebe ich raschelnde Laubhaufen vor mir her und berausche mich am schweren, süßen, leicht morbiden Geruch, der dabei aufsteigt.

    Deine Gedichte sind einfach schön einfach.

    Danke und einen schönen Gruß von

    Novemberglück

    10. November 2017
    |Antworten

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