Mittwoch, 21. März 2018

Studiengang wechseln im Master: So geht's

Vor einem halben Jahr etwa berichtete ich von meiner Kündigung ‒ ich hatte meinen ersten Vollzeitjob nach rund fünf Monaten aufgegeben, um an meinen Bachelor-Abschluss doch noch ein Master-Studium zu hängen. Nun stehe ich schon wieder vor einer Veränderung: einem Studiengangwechsel. Ob ich überhaupt weiß, was ich will, fragst du dich vielleicht jetzt. Oder du befindest dich in einer ähnlichen Situation wie ich in letzter Zeit und fragst dich, wie du im Master wechseln kannst ‒ die Hochschule, den Studiengang oder beides? Lies in jedem Fall weiter, wenn du wissen möchtest, wie und warum ich diese Entscheidung getroffen habe.

Eine Brille liegt auf bedrucktem Papier, die Schrift ist nicht lesbar.
Ein Studiengangwechsel im Master ist nicht leicht, aber machbar.

Master wechseln: Gründe und Entscheidung

Den Studiengang zu wechseln ist nichts, was du mal eben machst. Vor allem, wenn das wie in meinem Fall noch mit einem Hochschulwechsel einhergeht. Ich habe mir die Entscheidung also nicht leicht gemacht. Alles fing damit an, dass ich hochmotiviert und voller Elan in mein erstes Semester im Master "Digitale Medien" startete ‒ obwohl ich dafür täglich von Berlin nach Brandenburg an der Havel pendeln musste und zugleich meinen bisherigen Job auf Werkstudentenbasis weiterführte. Ein Fach, auf das ich mich sehr gefreut hatte und das ich auch im Nachhinein als das meistbereichernde empfinde, hieß Künstlerische Forschung (den von mir betexteten Flyer zur abschließenden Ausstellung findest du hier). Der vierwöchige erste Teil einer Medientheorie-Ringvorlesung war auch sehr interessant, bot er mir doch die Möglichkeit, einen Vortrag zu einem spannenden Thema zu halten (Flusser, ein Cyborg und die Erweiterung unseres Gehirns um künstlichen Speicherplatz spielten die Hauptrollen). Da hören die für mich positiven Aspekte dieses Master-Studiengangs dann aber leider schon auf.

Ein Studiengang mit dem Namen "Digitale Medien" hat eigentlich großes Potenzial. Es gibt so viele (neue) digitale Berufe, für die bislang eher wenige entsprechende Bildungsangebote verfügbar sind. Vielleicht ist der Begriff "Digitale Medien" aber auch zu weit gefasst. Jedenfalls konnte der Studiengang trotz seiner vielversprechenden Bezeichnung meine Erwartungen nicht erfüllen. Sowohl organisatorisch als auch fachlich gab es viel Chaos und niemand schien zu wissen, welches Ziel dieses Master-Studium eigentlich verfolgen sollte. Ein großes Problem meines Jahrgangs ist dem Vernehmen nach, dass sich der Studiengang gerade im Umbruch befindet: Waren in vorigen Jahren noch Informatikkenntnisse eine wichtige Voraussetzung für die Zulassung, will sich der Studiengang nun öffnen und mit mir sind viele unterschiedliche Studierende aus allen möglichen Medienbereichen angenommen worden. Die Unterrichtsweise haben die Verantwortlichen jedoch nicht den neuen Erfordernissen angepasst und so bin ich nicht die einzige, die sich dagegen entschieden hat, weiter zu studieren.

Wie finde ich den richtigen neuen Master-Studiengang?

In ein oder zwei Jahrgängen ist diese Umbruchphase hoffentlich vorbei und klar, was der Studiengang "Digitale Medien" eigentlich will. Ich kann so lange aber natürlich nicht warten. Sobald ich also festgestellt hatte, dass ich mit meinem Master nicht glücklich werde, überlegte ich, was ich nun tun sollte. Mein Hauptziel war ja, mir mehr Wissen anzueignen und nicht unbedingt, noch mehr Praxis vermittelt zu bekommen. Mein Bachelor-Studium war sehr praktisch geprägt, zudem habe ich schon relativ viel Praktikums- und Arbeitserfahrung. Ich hätte nichts gegen ein bisschen mehr Theorie und Hintergrundwissen, eben etwas, das ich in meine (praktische) Arbeit einfließen lassen kann, das mich zur Expertin auf einem Gebiet macht.

Der erste Gedanke galt meiner eigentlichen Wunschuni. An der TU Berlin hatte ich mich zum letzten Semester schon beworben, war aber nicht genommen worden. Die Überlegung, mich dort noch einmal auf die selben Studiengänge zu bewerben, erübrigte sich, da diese zum Sommersemester nicht angeboten werden. Die kleinere Auswahl im Vergleich zum Wintersemester war auch an allen anderen Unis ein Problem. Doch nach einiger Recherche fand ich auf der recht unübersichtlichen Webseite der TU doch noch einen Studiengang, der die inzwischen verlorengegangene Motivation in mir reaktivierte. Ich stieß sogar auf einen Podcast, in dem eine Frau ziemlich genau vom Ablauf und von ihren Erfahrungen mit diesem Studium erzählte. Im Gegensatz zu einer Hochschule lassen sich die Kurse an einer Universität viel eher den eigenen Interessen entsprechend wählen und Überschneidungen mit meinen Wunschfächern aus dem letzten Jahr gibt es auch.

Da die Zukunft die Bildungsstätten erst zu erreichen scheint, wenn sie schon wieder verstaubte Vergangenheit geworden ist, werde ich ab April mein Glück mit einem Blick zurück versuchen: mit Geschichte und Kultur der Wissenschaft und Technik.


Ich an einem See, während die Sonne untergeht, über mir eine Trauerweide.
Es ist keine leichte Entscheidung, den Studiengang zu wechseln.

Angenommen: So geht der Studiengangwechsel vonstatten

Als mir also klar war, was ich wollte, schickte ich wieder einmal eine Bewerbung los. Das Verfahren über uni-assist kannte ich ja schon. Ich wusste auch, wie ewig es dauert, bis die Antwort kommt. Zwischenzeitlich fragte ich mich schon, was ich im Falle einer Absage machen würde. Das Studium abbrechen? Noch ein Semester warten und dann wechseln? Das alte Studium durchziehen? Alles schwierige Fragen. Ich wollte ja im Master weiterstudieren, an meinen Wünschen und Zielen von vor einem halben Jahr hat sich nichts geändert. Glücklicherweise wurde ich von meinen Was-wäre-wenn-Gedanken erlöst, als Ende Februar endlich die Zulassung eintrudelte. Und dann gab es keine Fragen mehr: Ich spürte deutlich die Erleichterung darüber, den chaotischen Studiengang und das nervenaufreibende Pendeln hinter mir lassen zu können. Letzteres wurde zusammen mit dem Fernbeziehungspendeln alle zwei Wochen auch einfach zu viel. 

Sobald du den Wechsel des Studiengangs oder der Hochschule mit deinem Inneren geklärt hast und die Zulassung da ist, du also keine Absage mehr zu fürchten brauchst, kannst du dich entspannen. Der Rest ist bürokratischer Papierkram und der wird dir nach all dem Emotionschaos kinderleicht vorkommen. Was die neue Uni alles an Bescheinigungen und Anträgen braucht, steht im Zulassungsbescheid. Bei der alten Hochschule habe ich die Exmatrikulation beantragt und hoffe, dass ich einen Teil meines Semesterbeitrags wiederbekomme. Denn rückmelden musste ich mich schon, bevor ich meine Zulassung hatte. Und jetzt bin ich immatrikuliert und habe meinen Studierendenausweis für die TU Berlin ‒ beim zweiten Versuch hat also doch noch geklappt, was ich mir von vornherein gewünscht hatte.

Ausblick: Wie es weiter gehen wird

Ich bin wahnsinnig froh über meine Entscheidung, den Studiengang zu wechseln und einen neuen Master anzufangen. Noch weiß ich zwar nicht, wie gut mir das neue Fach gefallen wird. Doch ich bin sehr zuversichtlich, dass es im Vergleich zur alten Hochschule besser wird und ich mich wohler fühlen werde. Ein neues Abenteuer wartet also auf mich und ich werde natürlich weiter über meinen Weg durch die Irgendwas-mit-Medien-Welt berichten.

Ich freue mich auf die Zeit, die ich gewinne, wenn ich nicht mehr pendeln muss. Die kommt auch meinen anderen Projekten zugute. Ich bin nämlich gerade dabei, mich nebenberuflich als Texterin selbstständig zu machen. Meine ersten Schritte wirst du bald auch auf meiner neuen Facebook-Seite verfolgen können. Momentan stecke ich aber noch mitten in den Arbeiten an meiner Webseite und meinen anderen Internetauftritten du hast ja vielleicht von der DSGVO gehört. Auch auf Blitzlichtglitzer wird sich einiges verändern: Ich werde den Blog innerhalb der nächsten Monate auf Wordpress umziehen. Genaueres dazu kommt aber noch.

Hast du gerade auch neue Pläne, wo doch gerade der Frühling beginnt? Oder bleibt bei dir alles beim Alten? Falls du auch den Studiengang wechseln willst oder gewechselt hast, berichte mir doch von deinen Erfahrungen! 💖

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